{"id":2919,"date":"2026-03-07T15:50:13","date_gmt":"2026-03-07T15:50:13","guid":{"rendered":"https:\/\/antoanettamarinov.com\/?p=2919"},"modified":"2026-03-07T15:50:40","modified_gmt":"2026-03-07T15:50:40","slug":"annette-hoffmann-bewegte-bilder-mobile-zeichen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/antoanettamarinov.com\/?p=2919","title":{"rendered":"Annette Hoffmann &#8211; Bewegte Bilder &#8211; Mobile Zeichen"},"content":{"rendered":"<div class=\"box jspScrollable\" tabindex=\"0\">\n<div class=\"jspContainer\">\n<div class=\"jspPane\">\n<p><strong>BEWEGTE BILDER &#8211; MOBILE ZEICHEN<\/strong><\/p>\n<p>Spricht man mit Antoanetta Marinov \u00fcber ihre Arbeit, f\u00e4llt des \u00d6fteren das Wort \u201eephemer\u201c. Ephemer war sicherlich ihr Beitrag zur Ausstellung \u201ePromenadenmischung\u201c der Klasse Leni Hoffmann im Kunstverein Ettlingen. Erst sollte es ein wanderndes Erdloch sein, das dieser so properen und aufger\u00e4umt wirkenden Stadt einen Ort geben sollte, mit der sie nichts anzufangen wei\u00df. Dann \u00fcberwogen die Sicherheitsbedenken, so dass die Studentin der Staatlichen Akademie der Freien K\u00fcnste Karlsruhe die Grube mit einer gerollten Kupferplatte umgab, die von einer Schraubzwinge gehalten wurde. Auf viele wirkte die S\u00e4ule wie ein M\u00fclleimer. \u201eDrei Monate Arbeit und es sieht aus wie ein Aschenbecher\u201c, lacht Antoanetta Marinov, die im Herbst von Freiburg nach Karlsruhe ziehen wird. Kurzerhand machte sie aus der Zweckentfremdung ihres Objektes eine Aktion und begrub die Kippen und den restlichen M\u00fcll.<\/p>\n<p><strong>Quasi invisible<\/strong><\/p>\n<p>In diesem Sinne ephemer war auch die von ihr organisierte Kunstaktion \u201equasi invisible\u201c auf dem Freiburger Hauptbahnhof vor einem Jahr. Zusammen mit anderen Kunststudierenden der Akademie bespielte sie das Gel\u00e4nde mit Installationen und Videoarbeiten, die erst auf den zweiten Blick zu erkennen waren. Der verg\u00e4ngliche Charakter ihrer Arbeiten kann dabei manchmal durchaus beharrlicher sein als die Umgebung, f\u00fcr die sie ihre Installationen schafft. So hatte Antoanetta Marinov anl\u00e4sslich der offenen Ateliers in Freiburg 2004 einen kleinen Kunstparcours durch den Stadtteil St\u00fchlinger gelegt. Tage sp\u00e4ter war ihr Werk noch vorhanden, die Treppe, die als Hinweis auf den Ort gedient hatte, jedoch abgerissen.<\/p>\n<p>Dieses sehr situative und tempor\u00e4re Arbeiten entspricht sicherlich der Handschrift von Leni Hoffmann, bei der Marinov seit 2003 studiert. Aufgenommen hat sie ihr Studium ein Jahr zuvor, gelieb\u00e4ugelt damit jedoch schon lange. Eigentlich wollte sie schon in ihrer Heimat Italien immer an die Kunstakademie, erz\u00e4hlt sie, doch ein Studium der Literaturwissenschaft erschien ihr sicherer. Erst als sie schon unterrichtete, merkte sie, dass es doch vern\u00fcnftiger sei, sich den Traum zu erf\u00fcllen, als ihm ein Leben lang nachzutrauern. Das freie, aber auch \u201esehr arbeitsbezogene\u201c deutsche System kommt ihr entgegen. Ihrem ersten Studium ist es vielleicht geschuldet, dass ihre Werke h\u00e4ufig durch ein sehr narratives Element gepr\u00e4gt sind. Dieses erz\u00e4hlerische Moment geht h\u00e4ufig \u00e4hnlich verschlungene Wege wie die drei Wollf\u00e4den in einem ihrer Videos \u2013 von Stringenz keine Spur. Es ist eine Geschichte, die um ihre eigene Uneindeutigkeit wei\u00df. Keine Frage, Antoanetta Marinov denkt \u00fcber ihre Rolle als K\u00fcnstlerin nach, reibt sich am anything goes der zeitgen\u00f6ssischen Kunst und kommt sich, wie sie sagt, hin und wieder als Unterhalterin vor. Sie tr\u00e4gt es mit Ironie, markieren ihre Arbeiten doch h\u00e4ufig absurde Situationen. So griff sie bei der Ausstellung \u201eSichtvermerk\u201c der Klasse Silvia B\u00e4chli in der Kunsthalle Palazzo in Liestal die architektonische Besonderheit einer St\u00fctze zwischen zwei T\u00fcr\u00f6ffnungen auf und befestigte um diese einen roten Handlauf. Folgt man diesem, umrundet man den Pfeiler und kommt beim Ausgangspunkt heraus.<\/p>\n<p><strong>Was macht die Welt mit einer Idee?<\/strong><\/p>\n<p>Es ist der Dialog mit der Wirklichkeit und dem Faktischen, der sie interessiert. Am Anfang jedes neuen Projektes steht die Frage, was die Welt mit der Idee machen wird. Spielerisch l\u00e4sst Antoanetta Marinov sich ablenken, geht diesen Nebenwegen nach und zeigt so manchmal genau das, was sie nicht wollte. Die Pausen und \u00dcberlegungen, wie es weiter gehen soll, in ihrem Video \u201eBe aware to take a descion\u201c. Oder wenn die N\u00e4gel nicht so perfekt in das Wasserglas fallen, wie bei einem anderen Video und die gew\u00fcnschte Linie nicht entsteht. Dabei f\u00e4llt auf, dass ihre Videos h\u00e4ufig etwas sehr Zeichnerisches haben, umso mehr als sie meist den Bildschirm als Begrenzung der Fl\u00e4che einsetzt. Alles andere als ephemer war jedoch ihr Entwurf f\u00fcr den Brunnen im Rieselfeld, der in die engere Auswahl kam. Hier scheint sich etwas Neues anzubahnen. Ganz klassisch symbolisieren zwei metallene stilisierte R\u00f6hren Quellen, die mittels Sensoren durch die Bewegungen der Passanten auf dem Platz ausgel\u00f6st werden. Die Technik erschien der Jury wohl zu st\u00f6ranf\u00e4llig. Dabei h\u00e4tten sich daraus sicherlich viel versprechende Nebenwege ergeben.<br \/>\nAnnette Hoffman, 8\/2005<\/p>\n<div id=\"attachment_2920\" style=\"width: 210px\" class=\"wp-caption alignnone\"><img aria-describedby=\"caption-attachment-2920\" decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"wp-image-2920 size-full\" src=\"https:\/\/antoanettamarinov.com\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/bicchiere-rimcopia-1.jpg\" alt=\"\" width=\"200\" height=\"182\" \/><p id=\"caption-attachment-2920\" class=\"wp-caption-text\">Quasi Invisibile. Temporary interventions at DB Freiburg. 2025. By and with Antoanetta Marinov. Invited artists: Patrjcya German, Karsten F\u00f6dinger, Katrin Heister, Peng Sun.<\/p><\/div>\n<div id=\"attachment_2921\" style=\"width: 214px\" class=\"wp-caption alignnone\"><img aria-describedby=\"caption-attachment-2921\" decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"wp-image-2921\" src=\"https:\/\/antoanettamarinov.com\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/Schermata-2026-03-07-alle-16.37.02.png\" alt=\"\" width=\"204\" height=\"180\" srcset=\"https:\/\/antoanettamarinov.com\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/Schermata-2026-03-07-alle-16.37.02.png 816w, https:\/\/antoanettamarinov.com\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/Schermata-2026-03-07-alle-16.37.02-300x264.png 300w, https:\/\/antoanettamarinov.com\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/Schermata-2026-03-07-alle-16.37.02-768x676.png 768w, https:\/\/antoanettamarinov.com\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/Schermata-2026-03-07-alle-16.37.02-796x700.png 796w, https:\/\/antoanettamarinov.com\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/Schermata-2026-03-07-alle-16.37.02-500x440.png 500w\" sizes=\"(max-width: 204px) 100vw, 204px\" \/><p id=\"caption-attachment-2921\" class=\"wp-caption-text\">Wanderndes Loch. Metal, Zange. Ettlingen, 2005<\/p><\/div>\n<div id=\"attachment_2922\" style=\"width: 145px\" class=\"wp-caption alignnone\"><img aria-describedby=\"caption-attachment-2922\" decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"wp-image-2922\" src=\"https:\/\/antoanettamarinov.com\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/Schermata-2026-03-07-alle-16.43.33-1024x821.png\" alt=\"\" width=\"135\" height=\"108\" srcset=\"https:\/\/antoanettamarinov.com\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/Schermata-2026-03-07-alle-16.43.33-1024x821.png 1024w, https:\/\/antoanettamarinov.com\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/Schermata-2026-03-07-alle-16.43.33-300x240.png 300w, https:\/\/antoanettamarinov.com\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/Schermata-2026-03-07-alle-16.43.33-768x615.png 768w, https:\/\/antoanettamarinov.com\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/Schermata-2026-03-07-alle-16.43.33-1000x801.png 1000w, https:\/\/antoanettamarinov.com\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/Schermata-2026-03-07-alle-16.43.33-873x700.png 873w, https:\/\/antoanettamarinov.com\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/Schermata-2026-03-07-alle-16.43.33-500x401.png 500w, https:\/\/antoanettamarinov.com\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/Schermata-2026-03-07-alle-16.43.33.png 1118w\" sizes=\"(max-width: 135px) 100vw, 135px\" \/><p id=\"caption-attachment-2922\" class=\"wp-caption-text\">Fare Buchi Nell&#8217;Acqua. Video. 10 min. Loop. 2005<\/p><\/div>\n<p><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"alignnone wp-image-2923\" src=\"https:\/\/antoanettamarinov.com\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/Schermata-2026-03-07-alle-16.44.56-799x1024.png\" alt=\"\" width=\"175\" height=\"225\" srcset=\"https:\/\/antoanettamarinov.com\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/Schermata-2026-03-07-alle-16.44.56-799x1024.png 799w, https:\/\/antoanettamarinov.com\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/Schermata-2026-03-07-alle-16.44.56-234x300.png 234w, https:\/\/antoanettamarinov.com\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/Schermata-2026-03-07-alle-16.44.56-768x985.png 768w, https:\/\/antoanettamarinov.com\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/Schermata-2026-03-07-alle-16.44.56-546x700.png 546w, https:\/\/antoanettamarinov.com\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/Schermata-2026-03-07-alle-16.44.56-500x641.png 500w, https:\/\/antoanettamarinov.com\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/Schermata-2026-03-07-alle-16.44.56.png 914w\" sizes=\"(max-width: 175px) 100vw, 175px\" \/><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<\/div>\n<div class=\"jspVerticalBar\">\n<div class=\"jspTrack\">\n<div class=\"jspDrag\">\n<div class=\"jspDragBottom\"><\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BEWEGTE BILDER &#8211; MOBILE ZEICHEN Spricht man mit Antoanetta Marinov \u00fcber ihre Arbeit, f\u00e4llt des \u00d6fteren das Wort \u201eephemer\u201c. 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